Dienstag, 12. März 2013

Flaggengeschichten

Flaggen in allen Farben 


1929 hatten wir in Amerika an der Börse einen schwarzen Freitag, der an und für sich ein schwarzer Montag war.
Der 31.01.1933 war ein echter schwarzer Montag.
Herr Hitler wurde vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.

Meine prägende Erinnerung an dieses Ereignis, war die Errichtung eines zweiten Flaggenmastes im Schulhof. Erste Änderung der neuen Herren war, jetzt neben der hoheitlichen, internationalen schwarz-weiß-roten Flagge, die Flagge mit dem Hakenkreuz (auch schwarz-weiß-rot) zu hissen. Eine Anordnung von ganz oben. Die Macht die alte Flagge gänzlich fallen zu lassen, hatte auch ein Herr Hitler -noch- nicht.

Überlegungen zu historischen Flaggen 


Die Flaggen und Fahnen waren in alter Zeit militärische Feldzeichen. Schiffe haben heute Flaggen. Schützenvereine haben Fahnen, oft hinter Glas, da sie meist aus der Gründungszeit in gestickter Form, gesichert aufbewahrt werden.

Das Volk war allgemein leseunkundig, heute in Deutschland noch ca. 7,5 Millionen Menschen. Farben und Wappen der Flaggen waren wichtig zur Erkennung der Zusammengehörigkeit auch im Kampfgetümmel.

Schwarz-Weiß war die Farbe der Ordensritter und von Preußen.

Legende

Die Schill'schen Reiter plötzlich unter Ferdinand von Schill zum Kampf gerufen, kreierten auf die schnelle Uniformen. Sie färbten Jacken schwarz wobei diese einliefen. Unter den zu kurzen Ärmeln leuchteten die weißen Hemdsärmel hervor. So kam Schwarz-Weiß für Preußen.
Es war die Zeit mit und um Napoleon (heute in Frankreich noch hochverehrt).
Schill fiel im Straßenkampf in Stralsund. Die noch lebenden seiner Männer wurden gefangen genommen und dann erschossen.

Die Farben der Angehörigen der Hanse waren Rot-Weiß. Auch Skandinavien, Polen und Danzig hatten und haben teilweise noch rot-weiße Flaggen. Im Danziger Wappen erscheint auch das Kreuz der Ordensritter. http://de.wikipedia.org/wiki/Wappen_Danzigs

Zur Zeit der Hanse wurde zeitweise die selbe Sprache von Holland bis Nowgorod gesprochen. Norwegen, Bergen heute noch die Tyske Bryggen, London Stahlhof.

Zwei wahre Flaggengeschichten

Ernst von Salomon schreibt in seinem Buch "Der Fragebogen", Rowohlt 1951

Nach dem I. Weltkrieg hatten Sozialdemokraten, die neuen Herren nach dem Kaiser, in Kiel sich einen seegehenden Segler "besorgt". Beim passieren des Kaiserlich-Kieler Yachtclubs, dem natürlich ein pensionierter kaiserlicher Admiral vorstand, stellte dieser fest, dass der Segler eine Schwarz-Rot-Goldene Flagge anstatt der Schwarz-Weiß-Roten hoheitlichen Flagge am Mast führte.
Er informierte in Laboe am Ausgang der Kieler Förde, die entsprechenden Instanzen darüber, dass ein Segler unter falscher Flagge das Hoheitsgebiet der neuen Deutschen Republik verlassen wollte. Es hatte Erfolg, der Segler kam bald zurück. Jetzt informierte der Admiral noch den Zoll in Kiel. Es hätte ja sein können, dass der Segler wie üblich, steuerlich zollfreie Ware (Schnaps, Tabakwaren) unter plombierten Zollverschluss mit sich führte. Dieser Zollverschluss darf, auch heute noch, nur nach Verlassen des Hoheitsgebietes geöffnet werden. Der Admiral hatte den Verdacht, dass das Zollsiegel bereits gebrochen war, was oft geschah.



Die neue deutsche Flagge

Es war zur Zeit der Wende, die Zeit als die Mauer fiel. Im Gremium "Maritim" der Universität Bremen schilderte ein Kapitän die Übernahme eines Schiffes.
Am Heck stand Heimathafen Hamburg. Er wusste aber, dass das Schiff bereits ausgeflaggt war, nur wohin wusste er nicht. Da Hamburg als Heimathafen nun wegfiel und konnte das Schiff auch nicht mehr unter deutscher Flagge geführt werden. Kein Schiff fährt auf den sieben Weltmeeren ohne Flagge. Der Bootsmann musste aus den farbenfrohen Signalflaggen eine Flagge basteln. Natürlich durfte er keine der über 100 Flaggen der seefahrenden Nationen kopieren. Bei Einlaufen in Le Havre, Frankreich, stutzte der Hafenkapitän. Diese Flagge kannte er nicht, wusste aber alles über die Wende in Deutschland und sagte: "Aha, das ist also eure neue deutsche Flagge."


Aktuell

aus dem Tagebuch 12.03.2013

In Rom um 15:50 hagelt es. Habemus Papa.
15:50 Dax 7983, alles wartet auf 8000.
USA Beginn fester.
Freitag Hexensabbat/Triple Witching Day - Zocker müssen kaufen oder verkaufen.
Neue Wahl mit 99%, Falkland, Insel 400 Km vor Argentinien, wollen britisch bleiben.
Falkland 1982: viele Tote auf beiden Seiten, vor der "Ölzeit" wären die Engländer "die Insel"
wohl gerne losgeworden.
Schröder ist zurück, um alte Fehler mit neuen zu toppen - Riester.
Agenda, Bedeutung im Duden: Was zu tun ist-, auch: Aufstellungen von Gesprächspunkten bei politischen Verhandlungen.
Neudeutsch: Quasselbude
Riester, wenn man in meiner Jugendzeit verbotenerweise mit allem, was einem in Quere kam Fußball spielte, den Schuhen leid zu fügte, setzte der Schuster einen Flicken, genannt Riester. Heute werden Schuhe entsorgt, Handwerksarbeit ist zu teuer. Erfinder der Riester-Rente, heute wohl versorgt im Versicherungsgewerbe.
Riester - laut Wikipedia (Auszug):
Der Riester sollte nach Möglichkeit nicht ins Auge fallen, keine Falten werfen und sich auch sonst kaum bemerkbar machen.





Montag, 11. März 2013

Schulzeit in Wulsdorf Teil 3

Schulzeit in Wulsdorf Teil 3


Ausser dem Sportunterricht, gab es nachmittags keine Schule. Die Nachmittage waren also frei verfügbar.
Winterzeit war Eishockeyzeit. Ein passender Stock fand sich immer, ebenso eine platt gedrückte Blechdose um in "Schwiefert's Garten" Eiskockey zu spielen. Schwiefert's Garten war früher ein Gelände für Feste und Veranstaltungen und es gab dort einen Teich. Nicht besonders gross, aber im Winter dafür schnell zugefroren.

Berge zum Rodeln hatten wir nicht, aber der alte Deich und der Jedutenberg (siehe Bild) an der Alt Wulsdorfer Kirche taten es auch.

Unsere Rodelstrecke, der Jedutenberg


Historiker knabbern noch heute an der Bedeutung der Jedutenberge, es gibt noch weitere in unserer Gegend.

Im Sommer trieben wir uns am Wasser herum. Im Fischereihafen am Ende der Halle 10 begann die Wildnis an der Lune, einem Nebenfluss der Weser. In der Wildnis lag der Wulsdorfer Yachtclub. Die Lune hatte man beim Bau des Fischereihafens mit einem neuen Siel aufgestaut. Womit das alte Siel seinen Zweck verlor. Es wurde ein idealer, verwilderter Ort für uns zum Schwimmen. Am neuen Siel gab es zwar ein Schwimmbad, das kostete aber Geld.

Im Schilfgürtel der Lune gab es lauschige Buchten, die ideal zum Angeln waren. Oftmals saß ich hier mit Grossvater und fühlte mich dann wie Huckleberry Finn am großen Mississippi.

Die Eltern fuhren beide zur See, wenn man die Seebäderdampfer nach Helgoland als Seefahrerei bezeichnen kann. Deshalb war ich auch bei den Großeltern untergebracht, eigentlich wohnten wir in der Stadtmitte. An die freien Tage meiner Eltern denke ich gerne zurück. Ich besuchte sie dann, es brachte mir einen erweiterten Freundeskreis und es waren Kinotage mit u.a. Pat und Patachon. Es waren auch Kotelett-Tage. Ich entsinne mich, das es eigentlich jedes Mal Kotelett gab. Mir gefiel es, sie schmeckten mir gut. Als mal das Gespräch darauf kam, sagte meine Mutter: "Er mag sie doch so gerne." Heute denke ich, dass sie sie der Einfachheit halber machte und ich es spannend fand, dass es innerhalb der Woche Fleisch gab.

Bei den Großeltern gab es nach guter alter Tradition nur an Sonntagen Braten oder ähnliches. Später gab es damit Schwierigkeiten, denn die neue Gesellschaft führte aus Solidarität, mit wem auch immer, einen "Eintopfsonntag" ein. Es gab sogar Kontrollen. Großvater machte solchen Unsinn nicht mit. Klingelte es, nahm er schnell 20 Pfennig und steckte sie in die Sammelbüchse, die der Kontrolleur immer mit sich führte, was wohl als Strafe für die "Eintopfsünder" gedacht war.

Nach dem Krieg versucht ich diese Prozedur meine amerikanischen Freunden zu erklären. Ich fand das Wort für Eintopf im Oxford Dictionary, es lautete "Hotchpotch", dieses war jedoch auch das Synonym für "confused", was wohl die damalige Zeit vor dem Krieg passend beschreibt.

Es waren immer noch politisch wilde Zeiten, bis 1933 sogar die wildesten. Es mischte stark ein Herr Hitler, ein Böhmischer Gefreiter (O-Ton Großvater), mit. Andere sahen ihn als Messias, als Retter Deutschlands. Die, die es nicht so sahen hatten bald Gelegenheit sich hinter Stacheldraht zu "konzentrieren" (KZ).

Die meisten Ereignisse, die ich bis jetzt aus meiner Schulzeit erzählt habe, stammten aus der Zeit vor 1933.
Danach änderte sich so einiges in Deutschland und auch in meiner Schule.

Jetzt folgt noch der aktuelle Teil, Thema Wirtschaft


Aktuell

Um die Wirtschaft am laufen zu halten, versuchen es die Banken mit Zinssenkungen bis fast Null. Japan "Null" seit Jahren. Die Zeit für Zocker. Im Prinzip zur Zeit eine richtige Verhaltensweise, Betonung auf "zur Zeit". Nur das billige Geld muss eines Tages zurück geholt werden, was meistens versäumt wird. Es leiden die Institutionen, die auf Rendite angewiesen sind, z.B. Versicherungen, aber auch die Verträge mit hohen alten Zinsen.
Das führt zur Dauerverschuldung, z.B. wenn der "Dow Jones" stark fiel, zeigte es an oder man glaubte es, das es der Wirtschaft schlecht geht, ergo senkte man die Zinsen. Folge, die nächste "Blase", fängt an zu wachsen.
Die Hintergründe von Blasen erkennt man erst, wenn sie geplatzt sind und sie den Historikern zum Fraß vorgeworfen werden.
Blasen sind wie Luftballons. Zu Beginn des Aufpustens merkt man gar nicht wie groß sie werden können. Es sollte auch niemand versuchen, sich mit einer Tätowierung auf einem aufgeblasenen Luftballon zu verewigen.

Tätowieren kommt aus dem polynesischen Sprachgebiet, war aber auch in alter Zeit ein britisches Trommelsignal, um die Soldaten in die Kasernen zurück zu rufen. In Deutschland ist es ein Trompetensignal - Zapfenstreich - zum gleichen Zweck.
"Soldaten sollen nach Hause gehen,
sollen nicht so lange bei den Mädchen stehen!"
Zapfen steht hier für Bierhahn.
In Hindi (Indien) nennt man ein "Native Breed Pony" Tattoo.

Bis demnächst, Heinz

Samstag, 9. März 2013

Schulzeit in Wulsdorf Teil 2

Schulzeit in Wulsdorf - Teil 2

Zuerst noch ein paar Bilder, die es beim letzten Mal nicht reingeschafft haben.

 

 


































Aus "Die Zeit" 08.04.09



































Nachfolgend ein paar Überschriften aus der Nordwestdeutschen Zeitung vom 21.09.1931








 



Nun geht es weiter!


Angerissen hatte ich meine Schulzeit ja schon, heute möchte ich etwas ins Detail gehen.

Die Zeit meiner Einschulung war die eines Umbruchs, eine Zeit der Geschichte. Die schön war, wenn man das grausen vergisst.

Es war die Zeit in der die Welt den Atem anhielt. Die politischen Kämpfe erreichten ihren Höhepunkt.

Der Schulanfang blieb davon unberührt, eine Schultüte war sicher dabei. Ein Bild von mir, an das ich mich erinnere, das den obligatorischen Schulanfänger zeigt, aber leider nicht mehr vorhanden ist.
Sehr stolz war ich auf meine bunte Mütze der 1. Klasse, grün überwiegte hier, was mir gut gefiel. Leider wurde dieser Brauch bald abgeschafft.

Die Schule, Fichteschule, war benannt nach einer geschichtlichen Grösse aus einer sehr "deutsch-tümelnden" Zeit. Literatur: "Reden an die deutsche Geschichte".

Im Flur der Schule hing ein gerahmter Spruch: "....handeln sollst Du so als hinge von Dir und deinem Tun, das Schicksal ab der deutschen Dinge und die Verantwortung ist Dein."

Der Spruch zeigt den Chauvinismus der Zeit und er überstand auch die Machtübernahme 1933 und daraus folgende "Säuberungsaktionen".

Vor einigen Jahren bei einem Besuch, sah ich das der Spruch mittlerweile entfernt worden war. Hätte ich ihn nicht in meinen grauen Zellen gespeichert, könnte ich ihn der Nachwelt nicht übermitteln.

Der Lehrkörper


Da waren Fräulein Knüppel, erwähnte ich bereits, meine Klassenlehrerin und ein Lehrer für Kunst, Musik und Sport.

Zu Beginn meiner Schulzeit waren alle unsere Lehrkräfte in dem Alter, dass ihre Ausbildung und Prägung während der Kaiserzeit stattgefunden hat. Selbst eine knapp 40jährige war um 1890 geboren. Diese Leute waren bürgerlich und mit kaiserlich-preussischer Disziplin aufgewachsen. Man denke an den Hauptmann von Köpenick, die Uniform war alles.
Der Standardsatz meines Grossvaters, wenn er jemanden kennen lernte: "Haben Sie gedient und wo haben Sie gestanden?"
Diese Menschen haben den Bruch ihres Lebens, ein Sattler (Ebert) löst den Kaiser ab, nie verwunden. Gemeint ist hier 1918 der Umbruch von der Kaiserzeit zur Republik. Die chaotischen 20er Jahre waren auch nicht die Zeit um die Demokratie zu würdigen.
Ein den Zeitgeist wiedergebendes Lied: "Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben."
Das Wunschdenken war noch lange im Volk erhalten.

Dazu die Legendenbildung: Die Dolchstoss-Legende - im Felde unbesiegt.

Das was in Kürze, 1933, auf uns zukam, konnte keiner ahnen.

Meine Grosseltern gehörten, im Gegensatz zu vielen Eltern der Mitschüler, wie die Lehrer zum Kreis der Kaisertreuen. Dadurch war ich auch privat mit Fräulein Knüppel bekannt.

Sie war ein herzensguter Mensch. Ihre Güte reichte aber nicht soweit, jemanden von der Strafe zu befreien, wenn er ungenügende Leistungen zeigte. Obligatorisch wurde man in der Pause zu Lehrer Grootjohann geschickt, um die "verdienten" Stockschläge zu kassieren. Das war noch die preussische Erziehung. Mädchen, wir waren eine gemischte Klasse, brauchten nicht zu Lehrer Grootjohann.
Die Prügel haben nach meiner Kenntnis keine Leistungssteigerung hervorgebracht. Während meine ganzen Volksschulzeit blieb aber auch niemand bei Fräulein Knüppel sitzen.
Ich wurde bald zum Klassensprecher, führte das Klassenbuch und wurde mit meinen Leistungen zum Klassenprimus, dieses erzeugte nicht unbedingt Sympathie der restlichen Schüler für mich. Selbst schätzte ich meine Leistungen nicht so hoch ein. Gut war ich aber für Hilfe bei den Hausaufgaben der Mitschüler.

Ein weiterer Lehrer, Kunst, Musik und Sport, war ein Unikum.

Den Sportunterricht, der nachmittags in der in etlicher Entfernung liegenden Turnhalle der "Altwulsdorfer Schule" statt fand, hielt er in seinen "Alttagsklamotten", ähnlich einem Gehrock, ab. Die Noten wurden nach der Anzahl der absolvierten Klimmzüge erteilt. Meine Klimmzüge reichten kaum aus für eine gute Zensur, wurden aber aufgewertet durch den Freischwimmer, den ich hatte und mein Fussballspielen im Verein.

Während des Musikunterrichts spielte er manchmal Geige, dass aber eher selten. Er las uns lieber etwas vor. Dafür musste der Priem (Kautabak) entsorgt werden. Hierzu diente der Schwitzwasserauffang unter der Fensterbank. Die Finger säuberte er sich an den langen weissen Vorhängen am Fenster. Zum Vorlesen hatte er Talent, uns gefiel es.

Die Klasse hatte er aufgeteilt in "Brummer" und "Nichtbrummer". Dementsprechend wurden durch Vorsingen die Zensuren vergeben. Ich gehörte zu den "Brummern". Viele nutzten es aus, sie brummten einfach, um nicht mitsingen müssen.

Fräulein Knüppel musste Kenntnis haben von seinem unorthodoxen Unterricht. Nach seinem Musikunterricht gab sie uns immer Zusatzstunden. Sie verteilte kleine Notenhefte und wir lernten zuerst einen Notenschlüssel zu zeichnen. Gar nicht so einfach. Wir aber bekamen das erste Wissen, dass es so etwas wie Noten gab. Ich sehe heute noch meinen Musiklehrer vor mir, wenn er mit seinem hölzernen Geigenkasten auf den Pulten herum schlug, um Ruhe herzustellen. Er hat sich an mir als späterer Musikliebhaber versündigt.

Als Lehrer im Kunstunterricht hat er nie bewiesen wie weit sein Talent reichte. Es war ein ewiges Ritual, er stürmte in die Klasse, knallte seinen verbeulten Hut auf sein Pult und gab kurz und knapp die Anweisung: "Malt meinen Hut."

Später erfuhr ich, dass ein verbeulter alter Hut mit all seinen Lichtern und Schatten wirklich eine Herausforderung ist. Auch hier gab es von Fräulein Knüppel Zusatzstunden. Sie fragte dann jedes Mal: "Was habt ihr denn gemalt?" Wir warteten schon auf diese Frage und brüllten unisono los: "Den Hut!" Dann durften wir unsere Malsachen auspacken zwecks "Nachhilfe". Wie weit das zu Lasten ihres Lehrplans ging bereitete uns damals keine Kopfschmerzen.

Später nutzte ich die Volkshochschule Bremerhaven um Schüler meiner hochverehrten Heimatmaler Bemmer und Simoleit zu werden. Es hängen noch Werke von ihnen an meinen Wänden, ebenso auch Werke von mir, wo mein Talent nicht mehr als durchschimmert.

Nachfolgend meine Klassenliste.



























Die Schwierigkeiten liegen nicht im Neuen, sondern darin das Alte zu überwinden.

Bis zum nächsten Mal
Heinz

Donnerstag, 7. März 2013

Wirtschaft u. Finanzen-Parallelen Gestern-Heute

Einen Bogen spannen zwischen Gestern und Heute

Es war alles schon mal da!

Anfangen möchte ich mit dem Brief, mit dem ich letztes Mal aufgehört habe.
Für mich ist der Brief ein Credo, man sieht etwas, erlebt etwas, aber die Erkenntnisse liegen in weiter Ferne.

Auch vom letzten Mal: ...kürzte Beamtenghälter..., ...es wurde gespart...

Stattdessen muss man Geld unter die Leuten bringe, die Nachfrage und damit die Konjunktur ankurbeln. Wie später mit dem "New Deal" des Präsidenten Roosevelt, USA 1936.

John Mainard Keynes, der grosse Ökonomen versuchte die USA und die Welt zu retten.
Nicht mit sparen, sondern mit dem Gegenteil "Deficit Spending", mit grossem Einsatz der Gelddruckmaschine. "Fiat Money but legal tender". Papermoney, Falschgeld ohne Golddeckung mit Genehmigung der Fed. Notenbank.
Mit dieser Massnahme (nicht mit sparen) wurde die Wirtschaft angekurbelt. Strassenbau, Staudämme und sonstige Grossobjekte wurden in Angriff genommen.
Es schaffte Arbeit und Hoffnung. Der richtige Aufschwung kam aber erst mit der drohenden Kriegsgefahr 1938/39, mit den Rüstungsanstrengungen, der die Investitionen des "New Deal" weit übertraf.

Heinrich Brüning versuchte ebenfalls, mit echtem Geld, also kannte er das Prinzip schon vor Keynes, einer 4 Pfennig Münze in Kupfer, einmalig in der Weimarer Republik, die Wirtschaft, a la "Fiat Money", Goldwährung gab es schon lange nicht mehr, anzukurbeln.
Genehmigung für die sogenannten Scheidemünzen bedurfte es laut Gesetz nicht. Es war natürlich wie so vieles in der Politik ein untauglicher Versuch. Die 4 Pfennig Münze sollte die Geldumlaufmenge erhöhen und für vermehrten Konsum sorgen. Um dieses Ziel auch zu erreichen, erging die Anweisung: Bei Lohnauszahlung, zu dieser Zeit die Lohntüte, mussten mindestens 2 Reichsmark in 4 Pfennig Stücken ausbezahlt werden. Da das Volk, aber die Hintergründe nicht kannte und wohl auch nicht verstand, lehnten sie die 4-Pfennig-Münze ab und verspotteten sie gar als "Armer Heinrich".

Ein weiteres Volkswirtschaftliches Ereignis mit dem Gegenteil von Sparen erlebte Westeuropa 1948 mit dem Marshall-Plan. Mit Einsatz von Anfangs wertlosem bedruckten Papier (DM) wurde Deutschland und ganz Westeuropa gerettet. Die Ostanrainer durften auf Weisung Stalins nicht mitmachen. Es war "Trial and Error".
International wurde die DM erst 1952 konvertierbar, mit Dollar/DM 4,20 zu hoch.

Dax, Dow Jones Rekordhoch. Aktien, wo sonst auch hin mit dem billigen Geld?
Die Notenbanken überfluten die Welt. Hier ist Bogen zu dem oben Geschriebenen gespannt.
Mit der Flut sollten alle Boote einheitlich steigen. Leider! Die Notenbank Japan liegt mit den Zinsen bei 0. Die anderen auch nicht viel höher.
Bisherige Anlagevehikel, Festgeld-, Tagesgeld decken nicht die Inflationsraten ab. Staats-/Industrieanleihen, selbst die guten alten Pfandbriefe, eingeführt vom "Alten Fritz", bringen nichts. Die sogenannten Bundesschätzchen, eingeführt von Franz Josef Strauss haben ihr Erscheinen eingestellt. Kapitallebensversicherungen leiden bereits, waren als Altersversorgung schon immer untauglich.

Aktien werden heute, was nicht der Zweck ist, zum Parken von Geldern missbraucht. Der Boom ist somit künstlich und trifft die Aktienfonds, die langfristig gedacht sind und keine Parkfunktion für kurze Gelder haben sollten.
Achten wir in der Zusammensetzung des Aktienmixes im Fonds auf Dividendenwerte. Früher waren Dividenden Standardwerte, wie Krupp, AEG, Bayer, BASF, Vulkan, Borsig, heute sind es Merck, Bayer, Fresenius, BASF (nicht mehr mit Annelin-Soda-Farben), Linde (die von Luft leben - Gas), Siemens, Nestle, Heinz Ketchup (Werbung Tomatoe Soup and 57 varieties).
Dividendenwerte haben 1929 beim grossen Crash, trotz Kellerkursen niemals Ihre Dividendenzahlungen eingestellt.
Nicht vergessen: Die beiden Generäle, General Electric und General Motors.
What is good for General Motors is good for America.
Nebenbei, heute gibt es für langfristige Anlagen besseres als Investmentfonds.

Dienstag, 5. März 2013

Schulzeit in Wulsdorf

Schulzeit in Wulsdorf

Meine Konfirmation hatte ich ja schon vorweg genommen. Nun möchte ich mich meiner Schulzeit widmen. Für die Prägung eines Menschen ist nicht nur das Elternhaus maßgeblich, sondern auch die Schule, in meinem Fall 1930-1938 und das Zeitgeschehen.
Die Erlebnisse sind nicht unbedingt direkte Erkenntnisse.

Eingeschult wurde ich 1930, in die 8. Klasse der Fichteschule, Bild1. Damals wurde rückwärts gezählt. Somit endete die Volksschule nach 8 Jahren mit Klasse 1.

Bild 1 Das Gebäude im Vordergrund.

Vorweg stellen, möchte ich die Ergebnisse, aus dem Hauptbuch der Fichteschule, der unzulänglichen Bildungsversuche meiner Lehrerschaft, Bild 2.
Warum hier das erste Jahr, die 8. Klasse, nicht vermerkt ist, weiss ich nicht zu sagen.

Bild2
Ausserdem ist auch zusehen, dass meine ständige Klassenlehrerin Fräulein Knüppel auf einmal aus unbekannten Gründen nach meiner Rückkehr verschwunden war.
Es war die Zeit der vielen Verschwundenen, amtlich wurden sie Dissidenten genannt.

Der Grund für mein Verlassen der Schule und die damit fehlende Eintragung für M 1937, siehe Bild 2, entstand durch den Versuch der Versetzung an die höhere Schule.
Meine Rückkehr erfolgte aus der Erkenntnis, dass ich meinen Traumberuf Kapitän auch ohne Abitur erreichen konnte.

Hier noch mein Entlassungszeugnis vom 26.März 1938.




Zeitgeschehen

Der grosse Börsencrash 1929 schwappte herüber ins ausgeblutete Europa.

Beginn der 1930er Jahre hatte das Deutsche Reich einen von Präsident Hindenburg ernannten Reichskanzler ohne Fraktionszwang, Heinrich Brüning, der sollte mit Notverordnungen die Reichsfinanzen regeln.
1934 musste er über England, Holland in die USA flüchten. Dort kam er zu Ehren, als Dozent der Harvard University.

Die Darmstädter Nationalbank (Danabank) wurde wie man das heute nennt "systemisch", praktisch pleite. Wurde abgewickelt und von Dresdner Bank übernommen. Die Wirtschaft war am Ende, wir hatten bis zu 7 Mill. Arbeitslose. In der Schulklasse hoben bei der Frage nach Arbeitslosigkeit der Eltern die meisten die Finger. Die Klassenlehrerin Fräulein Knüppel hatte in ihrem Schrank Schreibhefte, die sie zwecks "Bildungschancengleichheit" an die Kinder, die sich keine leisten konnten verteilte. Damals kostete ein Heft einen Groschen (10Pf.)

Heinrich Brüning, der Deutschlands Finanzen retten sollte. Er kürzte als erste die Beamtengehälter und dann noch vieles mehr. Es wurde wie heute gespart, tot gespart, siehe Griechenland usw. Alles Massnahmen, die die Wirtschaft im Kern trafen und die Konjunktur abwürgte, was auch heute noch das Resultat einer solchen Politik ist.

Dieser "Heinrich", der den Krieg in den USA, in sogenannter Ehrenhaft, in trockenen Tüchern überlebte, schrieb 1946 folgenden Brief an Hans Bernd Gisevius. http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Bernd_Gisevius

Aus Heinrich Brüning, Briefe und Gespräche 1934-1945

Aktuell

Wahl Italien - Die Welt nahm übel

Datum                 Dax              Dow Jones             Bemerkung

03.01.2013           7612             13104                     Jahresbeginn
22.02.2013           7643             13987                     Italien wählt 24.02.2013
25.02.2013           7773             13933                     Italien wählt 2. Tag
26.02.2013           7597             13003                     Ergebnis nach Wahl
27.02.2013           7676             13141                     Der Markt erholt sich
28.02.2013           7742             13301                     Der reale Markt ist stärker
01.03.2013           7708             14090                     Wochenende
04.03.2013           7692             14128                     Wochenbeginn

Alle Benchmarks, siehe auch Jahresabschluss auf Seite Wirtschaft/Finanzen, sind erstmalig seit der Krise, ausser USA, im Minus.

P.S. Gestern vergas ich bei den Homos dem Homo erectus.

Sonntag, 3. März 2013

Meteorologischer Frühlingsanfang

Astronomische Vereinigung Bad Bederkesa

Heute komme ich nochmals zu dem was ich "auf meine alten Tage" so mache. Ein Termin, der jeden ersten Dienstag des Monats fest ausgebucht ist, ist das Treffen der Astronomischen Vereinigung in Bad Bederkesa, den ich immer wahrnehme.
Der nächste Termin zur Sternbeobachtung ist am Samstag, 09.03.2013 in der Sternwarte am NIG in Bad Bederkesa vorgeführt von Dr. Jens-Peter Jacobsen.
Eines unserer Mitglieder ist Klaus-Eckart Puls, Physiker und Meteorologe. Der folgendes Interview dem Schweizer Kultur-Magazin "factum" gab.






Das folgende Interview erschien im Schweizer Kultur-Magazin "factum" ;

Heft 3 (2012), S. 34-36;

Der Abdruck auf dieser WEB-Seite erfolgt mit freundlicher Genehmigung von "factum"; siehe auch dort : http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/



« Dafür schäme ich mich heute »

Der Physiker und Meteorologe Klaus-Eckart Puls über den Stand der Debatte über Klimawandel und schmelzendes Eis an den Polkappen – und seinen persönlichen Zugewinn an Erkenntnis.



Das Interview führte Bettina Hahne-Waldscheck

für das Schweizer Magazin "factum"



Schmelzendes Polar- und Gletschereis, Hitze, Stürme, Meeresspiegel-Anstieg: In den Medien liest und hört man immer wieder von allerlei Wetterkatastrophen, die angeblich dem von Menschen gemachten Klimawandel zuzuschreiben sind. Der Physiker und Meteorologe Klaus-Eckart Puls aus Bad Bederkesa ist einer von Tauenden Wissenschaftlern weltweit, welche die Lage anders einschätzten.



factum: Sie kritisieren seit Jahren die Theorie vom menschengemachten Klimawandel. Inzwischen melden sich viele prominente Wissenschaftler in diesem Sinn zu Wort. Wie wurden Sie zum Klimaskeptiker?



Puls: Bis vor zehn Jahren habe auch ich ungeprüft nachgeplappert, was das IPPC uns so erzählt. Irgendwann dann habe ich angefangen, die Behauptungen nachzuprüfen. Das Ergebnis: Es begann mit Zweifeln und mündete dann in Entsetzen und in der Erkenntnis, dass ganz viel von dem, was der IPCC und die Medien bezüglich des Klimawandels sagen, nicht stimmt und gar nicht durch naturwissenschaftliche Fakten und Messungen gedeckt ist. Für das, was ich früher als Naturwissenschaftler ungeprüft auch in eigenen Vorträgen "nach-erzählt“ habe, dafür schäme ich mich heute.

Die offensichtlich in Deutschland besonders stark ausgeprägte CO2-Klima-Hysterie wird meines Erachtens durch eine Interessen-Gemeinschaft von Profiteuren ideologisch und materiell vernetzt und durchgesetzt.



factum: Wie steht es dann mit der globale Erwärmung? Gibt es den Klimawandel?



Puls: Ja, denn Klima-Wandel ist das Normale, folglich gab es immer auch schon "Global-Warming“-Phasen, die sogar das heutige Ausmaß weit übertrafen. In den letzten hundert Jahren gab es ein "Global Warming“ von einem Dreiviertel Grad. Seit 1998 gibt es jedoch keine Erderwärmung mehr, CO2 steigt aber weiter an. Die IPCC-nahen Institute beobachten seit 1998 eine leichte Abkühlung von ein bis zwei Zehntel Grad, allenfalls kann man von einem sogenannten Temperaturplateau sprechen. Generell gilt: Das Klima hat sich schon immer gewandelt und wird sich immer wandeln.



factum: Der Weltklimarat IPCC prognostiziert 0,2 Grad Erwärmung pro Jahrzehnt beziehungsweise zwei bis vier Grad Erwärmung bis 2100. Wie bewerten Sie das?



Puls: Das sind spekulative Modell-Prophezeiungen, so genannte Szenarien – keine Prognosen. Klima ist ein hochkomplexes nicht-lineares System, deshalb sind Prognosen unmöglich. Genau das steht auch wörtlich im IPCC-Bericht 2001. Die Natur macht, was sie will, und nicht das, was die Modelle prophezeien. Die ganze CO2-Debatte ist unsinnig. Selbst wenn das atmosphärische CO2 verdoppelt wird, dann kann das aus physikalischen Gründen nur rund ein Grad Erwärmung bewirken. Die restliche vom IPCC angenommene Erwärmung beruht auf spekulativen Verstärkungsprozessen, die durch nichts bewiesen sind. Gerade können wir doch beobachten, dass sich die Erde seit 13 Jahren nicht mehr erwärmt hat, obwohl CO2 weiter zugenommen hat.



factum: Wie sieht es mit dem Ansteigen der Meeresspiegel aus?



Puls: Der Anstieg hat sich immer mehr verlangsamt, und in den letzten zwei Jahren ist der globale Meeresspiegel sogar um mehr als einen halben Zentimeter gesunken. Diese Ergebnisse kommen in den letzten 20 Jahren durch Messungen von Satelliten zustande, Pegelmessungen gibt es weltweit seit circa 150 Jahren. Die so genannte "Mittlere Meeresspiegelhöhe“ ist ein Rechenwert, kein Messwert. Genau genommen gibt es jedoch gar keinen "globalen Meeresspiegel“. Wir haben Höhenunterschiede von bis zu 150 Metern auf den weltweiten Meeren. Der Meeresspiegel wird auch durch tektonische Prozesse, wie Kontinent-Hebungen und -Senkungen beeinflusst sowie durch Änderungen von Windströmungen, Passaten, Vulkanismus. Der Klimawandel ist da nur einer von zehn Faktoren. Recht genaue Aussagen können wir zum Beispiel bei der Nordsee machen, wo man regelmäßige Pegelmessungen vornimmt.



factum: Was misst man denn für die Nordsee?



Puls: In den letzten 400 Jahren ist der Meeresspiegel an der Nordseeküste um etwa 1,40 Meter gestiegen. Das sind 35 Zentimeter pro Jahrhundert. In den letzten hundert Jahren ist die Nordsee nur noch um 25 Zentimeter gestiegen. Der Anstieg hat sich also verlangsamt.



factum: Hat der Anstieg etwas mit dem schmelzenden Eis am Nordpol zu tun?



Puls: Das ist ein Trugschluss. Selbst wenn das ganze schwimmende Nordpoleis schmilzt, steigt der Meeres-Spiegel um keinen Millimeter. Nehmen Sie ein Glas Whiskey mit Eiswürfeln und warten Sie, bis diese geschmolzen sind. Der Pegelstand im Whiskey-Glas ist danach nicht höher. Das liegt daran, dass Wasser beim Gefrieren sein Volumen um zehn Prozent vergrößert, und beim Schmelzen wieder um diesen Betrag verringert. Nur diese zehn Prozent des Eisberges ragen aus dem Wasser, und verschwinden wieder beim Schmelzen. Das ist das Archimedes'sche Prinzip.



factum: Und dass die Gletscher in den Alpen schmelzen liegt auch nicht nur an der globalen Erwärmung?



Puls: Auch da gibt es viele Faktoren. Wenn man einen Berg besteigt, fällt die Temperatur um 0,65 Grad pro 100 Meter. Als es in den letzten hundert Jahren ein Dreiviertel Grad wärmer wurde, verschob sich die mittlere Null-Grad-Grenze somit um rund 100 Meter nach oben. Zu beobachten ist aber, dass nicht nur die unteren Gletscher schmelzen, sondern auch die auf 1000 Meter und höher. Das hat eine andere Ursache, nämlich Ruß und Staub. Dunkleres Eis voller Aerosole absorbiert mehr Sonnenstrahlung, wobei die Strahlung in fühlbare Wärme umgewandelt wird. Sie merken den Unterschied selbst, wenn sie statt eines weißen ein schwarzes T-Shirt tragen, worunter Ihnen in der Sonne viel wärmer wird. Doch Ruß und Staub gibt es nicht nur anthropogen seit der Industrialisierung, sondern auch in der Natur, zum Beispiel durch Vulkanismus, Staubstürme, Wald- und Steppenbrände. Aus diesen Gründen gab es auch in der Erdgeschichte immer schon Gletscherschmelzen, wobei man zum Beispiel aus Forschungs-Ergebnissen der Glaziologen weiß, dass die Alpengletscher in den letzten 10. 000 Jahren meist kleiner waren als heute.



factum: Ihrer Ansicht nach steht es gar nicht so schlimm um das schmelzende Eis in der Antarktis, in der vor drei Jahren ein riesiger Eisberg wegbrach?



Puls: Nein, im Gegenteil. In den letzten 30 Jahren hat die antarktische Eiskappe an Fläche und Volumen zugenommen und die Temperatur dort abgenommen. Das betrifft sowohl die Antarktis als auch den peripheren schwimmenden Eisgürtel. Diesen 30-Jahre-Trend kann man recht gut beurteilen, weil man ungefähr seit dieser Zeit dort ein Messnetz mit etwa 40 Stationen von verschiedenen Ländern hat. Stationen, die schon länger messen, wie die Amundsen-Scott-Station der USA direkt am Südpol dokumentieren, dass die Temperatur sogar bereits seit 1957 zurückgeht. In der Antarktis sind 90 Prozent des Eises der Erde gebunden, und die Antarktis ist etwa eineinhalb Mal so groß wie Europa.



factum: Wieso lesen wir dann oft, es sei in der Antarktis wärmer geworden?



Puls: Die einzige erwähnenswerte antarktische Region, in der es in den letzten Jahrzehnten wärmer geworden ist, ist genau das Gebiet, in dem im März 2008 ein 100 Quadratkilometer großer Eisberg vom Wilkins-Schelf abgebrochen ist: Die Region der Antarktischen Halbinsel. Sie umfasst jedoch kaum ein Prozent der Fläche der Antarktis. Diese Halbinsel liegt rund 1000 Kilometer südlich von Feuerland und erstreckt sich um weitere 1000 Kilometer nach Süden. Somit liegt sie voll im Einflussgebiet der stärksten Sturmzone der Erde, der südhemisphärischen Westwinddrift.



factum: Was verursacht solche Abbrüche?



Puls: Bei Eisabbrüchen in der West-Antarktis spielen nicht nur Dicke, Druck und infolgedessen Rutschungen eine Rolle, sondern über die Jahrhunderte auch Intensitäts-Schwankungen dieser Westwinde, analog zu den Zirkulations-Schwankungen in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel, zum Beispiel auf dem Nordatlantik. Intensivieren sich die Westwinde, was seit mehr als 20 Jahren auf der Südhalbkugel beobachtet wird, so wird es zum Beispiel an der Westküste der Antarktischen Halbinsel wärmer, denn der Temperatur-Unterschied zwischen den Winden und dem damit anbrandenden Meerwasser und dem Eis beträgt mehr als 20 Grad. Zweiter Faktor sind die durch die Winde hervorgerufenen Sturmwellen. Sie schlagen gegen das Eis und bewirken mechanisch einen Eisabbruch. Und ein dritter Faktor: Wenn sich immer mehr Schnee und Eis nach oben hin auftürmen, wächst die Eisdicke und damit auch der Druck nach unten. Druck erzeugt Wärme, so dass sich unter dem Eis eine Flüssigwasserschicht bildet, auf der die Gletscher anfangen zu rutschen. All diese Ursachen sind also meteorologischer beziehungsweise physikalischer Natur und haben nichts mit irgendeiner Klimakatastrophe zu tun.



factum: Dann muss es auch schon früher solche Eis-Abbrüche gegeben haben?



Puls: Ja, seit Jahrtausenden, so auch in den 70er Jahren, in denen ja noch nicht von „Global Warming“ die Rede war. Im Gegenteil: Der "SPIEGEL“ titelte noch im August 1974 "Kommt eine neue Eiszeit?“ Es gab damals Eis-Abbrüche von einigen hundert Quadratkilometern Durchmesser, so dass in den Medien diskutiert wurde, ob man die Eisberge per Schlepper in trockene Länder wie Südafrika oder Namibia als Trinkwasserversorgung bringt. Das war dann aber logistisch schwer zu bewältigen.



factum: Was ist mit den Fotos von den Eisbären, die nicht mehr genug Eis haben und die gern in den Medien abgedruckt werden, wenn es um den Klimawandel geht?



Puls: Das ist eine der schlimmsten Klimahysterie-Geschichten. Der Eisbär ist da die Ikone. Der Eisbär frisst kein Eis, er frisst Robben. Er stirbt, wenn wir die Robben bejagen oder gar ausrotten, nicht, wenn das Eis schmilzt. Er hat genug Land, auf dem er leben kann, es gibt im Nordpol-Bereich sehr viele Inseln, außerdem Nordgrönland, Alaska, Sibirien, die ganze Polarkalotte. Die Eisbärpopulation hat sich während der mäßigen Klimaerwärmung auf der Nordhalbkugel sogar vermehrt! Vor 50 Jahren wurden in der gesamten Nordpolregion 5000 Eisbären gezählt, heute sind es etwa 25 000 Eisbären.



factum: Aber es ist richtig, dass das Eis in der Arktis, anders als in der Antarktis, weiterhin schmilzt?



Puls: Ja, es schmilzt seit 30 Jahren. Das hat es aber auch schon in den letzten 150 Jahren zweimal gegeben. 2007 gab es einen sommerlichen Tiefpunkt, seitdem gibt es jedoch jedes Jahr im Sommer wieder etwas mehr Eis. Das Eis schmilzt im Sommer und legt im Winter wieder zu. Die Sorge der Forscher im Jahr 2007, dass der so genannte unumkehrbare Kipppunkt erreicht sei, war unbegründet. Der Sommer-Tiefpunkt von 2007 wurde seit fünf Jahren nicht mehr erreicht oder gar unterschritten. Eisschmelzen hat es schon immer gegeben. Zwischen 900 und 1300 war Grönland bereits schon einmal in den Randbereichen grün, die Wikinger besiedelten „Grün-Land“.



factum: Und was sagen Sie zur oft behaupteten Ausdehnung der Wüsten?



Puls: Die existiert nicht. Die Sahara schrumpfte zum Beispiel zugunsten der umliegenden Steppen. In den letzten 20 Jahren schrumpfte die Sahara im Norden um etwa 300 000 Quadratkilometer, ein Gebiet fast so groß wie Deutschland. Im Süden der Sahara liegen die Trockensteppen des Sahel-Gürtels. Auch dort ist seit mehr als 20 Jahren sowohl eine Zunahme von Niederschlägen als auch das Ausbreiten von bestimmten Bäumen und Sträuchern zu beobachten. Mittlerweile ist eine Fläche von etwa 300 000 Quadratkilometern "ergrünt“. Die in 2010 aufgetretene Hungersnot in Somalia, Kenia und Äthiopien ist vor allem durch die Pachtung von großen Ländereien durch internationale Konzerne und den dortigen Anbau von Bio-Sprit-Pflanzen für Europa aufgetreten, sowie natürlich auch durch Krieg und Terror. Es erscheint jedoch im wohlhabenden Europa bequemer zu sein, eine fiktive Klima-Katastrophe für die gesellschaftlichen Fehler und Versäumnisse dieser Welt verantwortlich zu machen.



factum: Brauchen wir dann gar nichts gegen den Klimawandel tun?



Puls: Wir können nichts dagegen tun. Naturwissenschaftlich ist es schier absurd, durch ein paar Drehungen an irgendwelchen CO2-Stellschrauben "ein schön angenehmes stabiles Klima“ festhalten zu wollen. Viele verwechseln jedoch Klimaschutz und Umweltschutz. Das Klima können wir nicht schützen, aber wir müssen natürlich die Umwelt schützen und uns um sauberes Trinkwasser für alle Völker kümmern.

Noch etwas ist mir wichtig: Eine auch meines Erachtens in etlichen Ansätzen sinnvolle Debatte zu alternativen Energien wird auf eine irrationale Klima-Debatte drauf gesattelt. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.



Vielen Dank für das Gespräch

Interview: Bettina Hahne-Waldscheck


Freitag, 1. März 2013

Feuerwehr

Feuerwehr

Ein erlaubter, da politisch unverfänglicher, Freizeitspass war die Jugendfeuerwehr. Grossvater, der selbst ein Feuerwehrmann bei der freiwilligen Feuerwehr war, legte kein Veto ein. Im Gegenteil, er hat auch einiges zur Ausrüstung beigetragen, wie zum Beispiel Schläuche.
Wir Jungen nahmen die Sache sehr ernst. Der Hauptmann war einer von den älteren Jungs. Er wurde später sogar Berufsfeuerwehrmann bei der städtischen Feuerwehr. Wir hatten Rangabzeichen, wie die richtigen Feuerwehrleute. Da unsere Schultern ein wenig zu schmal für die Schulterstücke waren, baumelten diese an den Seiten herunter. Herrmann Koch trug einen echten preussischen Polizeihelm, regelte den Verkehr und hielt die Gaffer fern.
Die Ereignisse der grossen Weltgeschichte rauschten ohne grösseren Eindruck zu hinterlassen an mir vorbei.
Ich sammelte Zigarettenbilder mit Schauspielern und Flaggen aus aller Welt.
Wie Grossvater, der Stahlhelmer, war auch ich Mitglied bei den Stahlhelmen und zwar der Jugendgruppe, die sich nach dem alten Preussengeneral Scharnhorst "Scharnhorst-Jugend" nannte.
Schwarze Hose, weisses Hemd, die alten preussischen Farben, mit dem Kreuz der Ordensritter aus dem Osten. Ein Lied, was wir immer sangen war: "Wir sind wie ihr ein graues Heer und ziehen in Gottes Namen." Wildgänse rauschen durch die Nacht.
In unserer Gegend war ich der einzige "Scharnhorster". Die Mitschüler, die Freunde von der Strasse hatten andere Interessen. Ich war irgendwie ausgegrenzt, wie seltsamerweise auch die wenigen, die in die katholische Schule gingen.
Grossvater liess mir eine Menge Freiheit und widmete sich seinen Interessen Angeln, Schrebergarten und seinen Bienen und Karnickeln.
Später nannte man das "innere Immigration".


Aktuell

Italien hat gewählt

In alter Zeit hielten sich Fürsten, Narren um grausame Wahrheiten über sich selbst zu hören. Die Bezahlung war fürstlich, daneben diente es dem Volk als Belustigung. Oft wurde ein Narr, der es zu toll trieb ein Kopf kürzer gemacht.
Heute bezahlt das Volk die Narren da oben fürstlich. Was sie zu sagen haben ist keine Wahrheit. Köpfe rollen auch, wenn auch nicht physisch. Ich will damit unserem Kanzlerkandidaten für seine Clownereien nicht zustimmen. Man könnte es mit dem Satz meiner Grossmutter abtun: "Das tut man nicht!"
Popov, Russland, Grock, Schweiz, aber auch alle anderen Clowns würden sich über den Vergleich ärgern. In Hannover gibt es sogar eine Schule für Clowns.
Wir hatten schon mehrere, die von sich behaupteten Klartext zu sprechen, zum Beispiel Strauss und Wehner. Beide wurden aber auch nicht Bundeskanzler.
Parallel bedeutet es jetzt, dass wir "Mutti" behalten.
Wenn Brandt damals als Kanzler, bei seinen vielen Bemühungen im Osten, Klartext gesprochen hätte und denen den Spiegel vorgehalten hätte, hätten sie wie unser Kanzlerkandidat in Sachen Schweiz die Kavallerie losgeschickt.
In grauer Vorzeit zog schon einmal einer über die Alpen durch die Schweiz mit der "Elefantellerie", sehr viel schwergewichtiger als Kavallerie.